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Archangel

Archangel

Comic - Fantasy | Autor: William Gibson | Zeichner: Butch Guice
Bewertung: ★★★★

Als ich bei Erscheinung von Archangel die Inhaltsangabe gelesen habe, war für mich diese schon mehr als vielversprechend. Die Vorstellung einer Maschine, die Realitäten kopieren kann und Zeitreisen im Setting des zweiten Weltkrieges, stellen ein sehr interessantes Konzept dar. Wenn man zusätzlich die häufigen positiven Kritiken beachtet und aufgrund der Tatsache, dass die Geschichte das Comicdebüt des Drehbuchautors William Gibson darstellt, konnte ich mir diesen Comic natürlich nicht entgehen lassen.

Handlung

Zu Beginn sehen wir eine völlig zerstörte Erde und einen unterirdischen Bunker in dem sich eine Maschine namens Splitter Befindet. Diese Maschine ermöglicht es, eine Kopie der hiesigen Realität zu erstellen. Änderungen in der kopierten Realität haben dabei keine Auswirkungen auf das Original.

Die politische Regierung der USA schickt den skrupellosen Vizepräsidenten Henderson Junior in das Jahr 1945 in die Vergangenheit, um den Platz seines Großvaters einzunehmen.

Auf diese Weise und mit dem Einfluss seines Großvaters will er die erschaffene Realität korrumpieren um die Geschichte so zu beeinflussen, sodass er auch in dieser Geschichte an die Macht kommt. Nachdem Henderson mit seinem Team in die Vergangenheit geschickt wurde, sendet die Bedienerin von Splitter, Major Torres, ein Team hinterher um die Pläne von Henderson zu durchkreuzen.

Bewertung

Mich hat Archangel ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Die Geschichte wird filmreif erzählt, was wahrscheinlich dem Autor geschuldet ist, da dieser ja wie eingangs erwähnt Drehbuchautor ist. Das Setting der aktuellen Zeit, zusammen mit der stimmungsvollen Vergangenheit ist auf ganzer Linie überzeugend. Die Geschichte macht kaum Pausen und der Erzählrhythmus ist relativ flott, was aber der Story durchaus zugutekommt. Der Schluss ist als überraschend zu bezeichnen und ein Plot-Twist auf den letzten Seiten lässt keine Langeweile aufkommen. Leider war mir der Schluss unterm Strich etwas zu abrupt. Ein US Heft mehr hätte der Geschichte gutgetan.

Die Charaktere werden sehr gut dargestellt und nur auf wenigen Seiten facettenreich ausgearbeitet. Man fängt automatisch an mit den Protagonisten mit zu fiebern und Partei zu ergreifen.

Die Zeichnungen sind sehr passend zum Thema des Comics. Die Gegenwart wird innerhalb der Basis relativ clean und entsättigt gezeigt, wobei die Kriegszeit dreckig und düster dargestellt wird. Man weiß jederzeit wo man sich befindet und man verliert als Leser nie den Überblick.

Fazit

Ein wirklich fabelhafter Polit-, Zeitreise-, Weltkrieg- und Spionage-Comic. Die Stimmung ist durch und durch überzeugend und wer eine Spannende Story abseits des Superhelden-Mainstreams sucht, wird hier fündig. Klare Kaufempfehlung!