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Wonder Woman - Erde 1

Wonder Woman - Erde 1

DC | von (u.a.) Grant Morrison, Yannick Paquette
Bewertung: ★★★★

Dass Jahrzehnte alte Comics gerne mal ein wenig Staub ansetzen, ist an sich nichts Neues. Besonders wenn es dabei um Charaktere aus dem Silver Age, oder sogar dem Golden Age geht, entsprechen die Storys nicht den aktuellen Qualitätsstandarts und vor allem die Origin Storys stellen  so manch jungen Leser auf die Probe. Doch DC hat vor einigen Jahren sich dazu entschieden die Origin Storys einiger beliebter Charaktere aufzumöbeln: WONDER WOMAN – ERDE 1

Nachdem die Erde 1 Reihen zu Superman und Batman die Origin der beiden Flagschiffe von DC neuinterpretierten, war es nun an Grant Morrison, den man durch seine Arbeiten an Batman, oder auch DC Multiversity kennt, die frühen Tage von DCs First Lady neu zu interpretieren. Zeichnerisch wird er dabei unterstützt von Yannick Paquette , der ihm schon bei Batman Incorporated unter die Arme gegriffen hat. Neben der eigentlichen Story verfügt der Band noch über diverse Bonuszeichnungen, Skizzen und schwarz-weiß Zeichnungen.

Handlung

Prinzessin Diana, die heutzutage unter dem Namen Wonder Woman bekannt ist, lebt auf der Amazoneninsel fernab vom Einfluss durch das männliche Geschlecht. Doch eines Tages steht sie unter Anklage, da sie beschuldigt wird, einen Mann auf die Insel der Frauen geschmuggelt zu haben und ihm auch anschließend zur Flucht verholfen zu haben. Nun steht sie vor Gericht und hat sich vor ihrem Volk zu verantworten.

Bewertung

Wonder Woman ist ein Charakter, dem ich persönlich bisher nie sonderlich viel Beachtung geschenkt habe. Das liegt zum einen daran, dass ich immer das Gefühl hatte, dass Wonder Woman gerne benutzt wird, um ein bisschen Sexapeal in beispielweise die Justice Leguea zu bringen. In gewisser Weise hat dies seinen Ursprung in den ersten WW-Ausgaben, die allerdings eher sadomasochistisch angehaucht waren. Und auf diese Zeit, die auch zur Indizierung bzw. einem Verbot der damaligen Hefte sorgte, beruft sich nun das Kreativteam Morrison&Paquette. Dies zeigt sich darin, dass wir es hier mit einem souveränen Staat komplett aus weiblichen Bürgern bestehend zu tun haben und auch in den viele sadomasochistischen Elementen, die im Comic verarbeitet werden. Am deutlichsten zeigt sich dies in dem wunderschönen Artwork, dass vor allem von den interessanten Panelaufteilungen lebt, wo die einzelnen Panels durch Seile getrennt werden, aber auch in den gefesselten Person, die man immer wieder sieht. Aber wie auch die frühen Ausgaben greift dieser Band auch einige gewagte Themen auf wie Vergewaltigung und Homosexualität. Letztere sogar so direkt, dass Diana hier eine weibliche Lebenspartnerin hat. Aber damit nicht genug. Morrison drückt natürlich auch Wonder Woman seinen eigenen Stempel auf, indem er sich entschied aus dem Air Force Piloten Steve Trevor, dem Wonder Woman auf der Amazoneninsel begegnet, einen Afroamerikaner zu machen. Dazu kommt auch noch, dass der Band wirklich gut geschrieben ist und es nicht einfach nur Spaß macht, das Ganze zu lesen, sondern es liest sich auch noch ganz gut weg, was wiederum auch wieder an den Zeichnungen liegt.

Hier kommen wir dann aber auch schon zu einigen negativen Punkten, die man bei diesem Band leider auch ansprechen muss. Zum einem wäre da die Tatsache, dass die Story nicht sonderlich überraschend ist, was natürlich daran liegt, dass wir am Ende des Tages doch nur eine gewöhnlich Originstory haben. Ist für Wonder Woman Veteranen nicht sonderlich schlimm. Allerdings hat mich die Handlung an keiner Stelle sonderlich überrascht. Natürlich haben wir einige gewagte Elemente, daber gewagt heißt nicht gleich überraschend. Es ist ja nicht schlimm, wenn man weiß, dass der Held davonkommt, aber wenn man den Weg zum Ziel schon kennt, dann lässt das einen schon ein wenig unbefriedigt zurückt. Durch die Schreibe fällt das nicht auf, aber nun kommt der zweite negative Punkt, der dieses Gefühl der Leere am Ende der Story ein klein wenig verstärkt: der Band ist ziemlich textarm. Auch nichts Weltbewegendes, was die Story und vor allem die Schreibe von Morrison schlechter macht, aber da mich schon das Zusatzmaterial nicht sonderlich gepackt hat, welches man sich wirklich hätte sparen können, wirkt dieser Band etwas leer. Man hätte den Band locker um 20 bis 24 Seiten kürzen können. Und damit meine ich nicht Bilder, die zur Story gehören, sondern Bonusmaterial und Einleitung. Und damit hätte man auch den Band durchaus etwas günstiger machen können.

Fazit

Eine schöne anzusehende, schön zu lesende Neuarbeitung der Origin von Wonder Woman, die hier und da mit einer Prise Wagemut gewürzt wurde. Das Kreativteam besinnt sich auf wichtige Elemente der ersten Comics, aber weiß durchaus eigene Wege zu gehen. Es gibt viel Bonusmaterial, welches aber nur was für große Fans sein dürfte.

Autor: MaBuGu Copyright: Panini

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