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Lobo Megaband 1

Lobo Megaband 1

DC | Bewertung: ★★★★★

Dieser Megaband wird dich überraschen! Entweder weil du nicht den guten alten Präsi geliefert bekommst oder weil sich die Neuinterpretation kaum um den alten Lobo schert.

Ein Review über diesen Band kann man nicht schreiben, ohne kurz etwas zur Geschichte des Charakters zu schreiben. Die 1983 von Keith Giffen und Roger Slifer geschaffene Figur war eine krasse Type, die sich als letzter Überlebender des Planeten Czarnia als Kopfgeldjäger verdiente und dabei auf Konventionen s****s tongue-out . Als brutaler Berserker lebte er den Lifestyle des Rock ‘n Roll und die Geschichten damals wurden mit einer gehörigen Portion derben Humors erzählt. Einen Teil der Storys rereleast Panini derweil übrigens auch in der Lobo Collection.

Nun waren da die New 52 und man konnte oder wollte sich diese cartoonige Art der Charakterzeichnung anscheinend nicht mehr leisten. Weder der typische Witz noch der respektlose Umgang mit gesellschaftlichen Normen schienen noch in das Konzept des Verlagshauses von DC zu passen. Der Protagonist namens Lobo wurde kurzerhand verjüngt, verdünnt und überall rasiert. Aus dem biertrinkenden Schrank in Leder und Stiefeln wurde nun ein durchtrainierter Bursche mit merkwürdigen Tagträumen und einem Hang zur Selbstdarstellung. Gleich auf den ersten Seiten wird deutlich, wer hier inzwischen als offizieller Lobo gilt und der geübte DC-Leser weiß auch, wer warum wessen Klon ist. In der offiziellen Leseprobe könnt ihr euch das gleich mal spoilern lassen.

Lobo ist brutal wie eh und je. Durch seine regenerativen Kräfte steckt er andauernd gut was ein und zerfleddert ständig sich oder jemand anderen vor unseren Augen. Egal ob Messer, Gewehrkugel oder Laserstrahl, regelmäßig zerlegt es den Protagonisten der Serie und überall liegen seine oder die Eingeweide seiner Gegner im Raum verteilt herum. Cullen Bunn und Frank J. Barbiere erzählen die Geschichte eines flapsigen jungen Mannes, der sich vor allem um sich selbst und seine Gelüste kümmert. Als letzter Überlebender seiner Art pendelt sich seine Situation irgendwo zwischen fatalistischer Endzeitstimmung und strategischer Einsatzplanung ein. Nichts geht jedoch dem eigentlich Auftrag vor, getreu dem Motto: Es gibt immer etwas zu killen.

Antriebsmotor der Story ist Lobos Job als Kopfgeldjäger. Von irgendwem bekommt er einen Auftrag und auf geht’s. Teilweise erinnert mich sein Trip durch die kuriosesten Ecken des Universums etwas an Star Wars, denn das hier gezeigte All besteht aus Planeten aller Art und Aliens aller Größen und Farben. Alles wirkt homogen und glaubhaft und er scheint einfach ein Teil des Geschehens zu sein.

Er selbst ist zwar Einzelgänger, kommt aber widerwillig um etwas kollegialen Beistand nicht herum. So schart er mal ein kleines Team aus drei Menschen um sich oder trifft auf bekannte Gesichter wie Superman, Sinestro und diverse andere Lanterns wie Hal Jordan. Optisch ist das Ganze auf dem gewohnt hohen DC-Standard. Wie bei Trades dieser Größe üblich, durften auch hier diverse Zeichner an die Arbeit gehen. Mit dabei sind Namen wie Alisson Borges, Reilly Brown, Szymon Kudranski, Cliff Richards, Robson Rocha oder am Ende Ethan van Sciver. Die Bilder wurden in einer bunten Vielfalt koloriert und es gibt eher keine negativen Ausrutscher. Aufgefallen ist mir allerdings, wie sich innerhalb des Bandes das Aussehen Lobos ändert. Zu Beginn wirkt er noch relativ frisch und hat blaue Strähnen im Haar. Gegen Ende jedoch sind diese Strähnen weg, sein Haar länger und er sieht teilweise schon so verfräggt aus, wie es das Original einst tat. Ob das Absicht war?

Insgesamt war das dann eine gute Actioncomicserie für Zwischendurch, welche mit diesem Megaband auch schon ihr Ende gefunden hat. Das wären dann, rein rechnerisch, für mich zumindest 4 von 6 Sternen gewesen. Abziehen musste ich jedoch einen Punkt, weil man bei DC einfach nicht die Eier hatte, die eine Lobo-Serie verdient hätte. Lobo ist eine Figur der Neunziger; sie tritt so auf und spricht deren Sprache. Fans wollen genau das sehen und den derben, manchmal cheesigen, Humor genießen. Wer die Figur dann in die Neuzeit transportieren möchte, der darf ihre Wurzeln nicht vergessen. Und genau das ist meiner Meinung nach passiert. Das ist ein Lobo, ein neuer Lobo, aber eben nicht der Präsi. DC hätte sich einfach einen anderen Namen aussuchen sollen und dieselbe Geschichte hätte ganz anders gewirkt. Ich wäre sie ohne Erwartungen angegangen und hätte sie als Space-Killerorgie genießen können. Über Themen wie den gezeigten Sex, Sexismus, Zigarren, die Chopper usw. müssten wir uns dann mal bei 'ner Büchse Dosenbier unterhalten Leute. Deshalb sind es für mich: 3/5 Sternen

Autor: Andi

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