Comics
Register
Justice League Paperback 2 – Ausbruch

Justice League Paperback 2 – Ausbruch

Comic - DC |Autor: Bryan Hitch, Zeichner: Neil Edwards u.a.
Bewertung: ★★★★★

Neben Tom Kings Batman dürfte die Justice League unter Bryan Hitch die wohl umstrittenste Serie der Rebirth-Ära sein. Größter Unterschied ist dabei vermutlich, dass die Serie der Liga noch deutlich weniger Befürworter hat als die des Flattermanns. Ungeachtet dessen werden die Hefte des DC-Flaggschiffs einer Zweitverwertung in Paperbacks zugeführt und mit „Ausbruch“ lag mir deren zweiter Band zur Rezension vor. Dieser enthält die US-Hefte 6-11 und damit leider auch meinen persönlichen Tiefpunkt des Hitch-Runs.

Handlung

Im Zweiteiler „Angstzustände“ müssen sich die Mitglieder der Liga einer Kreatur stellen, die in jedem Einzelnen von ihnen dessen größte Furcht weckt, nährt und dazu nutzt ihn in ihrem Sinne zu beeinflussen. Als die Liga das Wesen besiegt wähnt kommt dessen Einfluss erst so richtig zum Tragen und während Superman auf Batman losgeht, zetteln Aquaman und Wonder Woman einen Krieg mit der Menschheit an. Am Ende liegt es an dem Mitglied, das am besten um seine Ängste weiß, die Liga von dem verhängnisvollen Einfluss zu befreien.

Der Vierteiler „Ausbruch“ beginnt mit einem viralen Angriff auf die Hightech der Liga, namentlich die Bathöhle, die ihren Eigentümer eliminieren will und den Satelliten, der seinen Standort an die Erdoberfläche versetzen will. Diese beiden Gefahren können zwar gebannt werden, das diese auslösende Virus bemächtigt sich allerdings des Körpers von Cyborg und des Lanternrings von Simon Baz. Batman gelingt es jedoch den Quellcode zu entdecken und Rückschlüsse auf dessen Erschaffer zu ziehen. Als die Liga diesen aufsucht, stellt sich der Sachverhalt jedoch gänzlich anders dar und eine regelrechte Schurkenstreitmacht will ein unfassbares Vermögen damit verdienen, die Liga auszuschalten.

Bewertung

Der zu Beginn etwas ziellos wirkende Hitch-Run erfuhr für mich persönlich mit den hier versammelten Geschichten seinen Tiefpunkt und es waren wohl nicht wenige, die der Liga anschließend den Rücken kehrten. Rückblickend muss man dem Autor jedoch zugestehen, dass er einen Plan hatte und in künftigen Geschichten immer wieder auf einzelne Sachverhalte zurückgriff, die auch hier erzählt wurden.

Das ändert aber leider nichts daran, dass speziell der titelgebende Arc für sich und mich gesehen einfach nur schwach erzählt ist. Das fängt schon bei der zugrundeliegenden Idee an. Die kann man mit ganz viel gutem Willen als zeitgemäße Kritik an unserer Technikgläubigkeit interpretieren, eine Haltung der ich als bekennender Technikskeptiker durchaus etwas abgewinnen kann. Aber die Auflösung der Frage danach wer der eigentliche Gegner der Liga ist und dass es am Ende in einer eher sinnbefreiten Massenschlägerei endet, befriedigte mich kein Stück.

Hinzu kommen viele Kleinigkeiten wie die Legende vom einzigen Opfer der Vorläufer-Katastrophe, die im ersten Paperback enthalten ist oder auch die Art und Weise wie der Lanternring gegen den Willen seines Trägers auf „Werkseinstellung“ gebracht wird.

Gut gefiel mir hingegen die Teamentwicklung. Ob nun die Liaison zwischen Barry und Jessica oder die Entscheidung eines Mitglieds die Liga zu verlassen nachdem es tiefe Einblicke in das Seelenleben der anderen Ligisten erhalten hat, das passte schon.

Optisch war der Band für mich alles andere als ein Augenschmaus. Die Zeichnerduos Parsons/Clarke und Edwards/Henriques funktionierten für mich nicht. Allerdings kann ich beim besten Willen nicht sagen, wie die sich die Arbeit im Einzelnen aufgeteilt haben.

Was die enthaltenen Geschichten noch am ehesten aufwertet, ist der Umstand, dass die hier geschilderten Ereignisse im späteren Verlauf wieder aufgegriffen werden und so eine Bedeutung für den roten Faden des Runs bekommen. Die ist hier noch nicht wirklich zu erkennen.

Für das Rezensionsexemplar geht ein Dankeschön an Panini Comics.

Fazit

Ich wüsste jetzt ehrlich gesagt nicht, wem ich Justice League Paperback 2 – Ausbruch empfehlen sollte. Manch einer hat die hier enthaltenen Geschichten zum Anlass genommen, der Liga den Rücken zu kehren und wer sich neu interessiert, der ist mit der Vorläufergeschichte im ersten Paperback oder dem Crossover mit der Suicide Squad besser bedient. Somit ist der Band nur für Pflichtkäufer interessant. Allein die Einbettung in den gesamten Run verhindert eine schwächere Bewertung.