Comics
Register
Harley Quinn Knaller-Kollektion Band 1

Harley Quinn Knaller-Kollektion Band 1

Comic - DC | Autor: Karl Kesel; Zeichner: Terry und Rachel Dodson u.v.m.
Bewertung: ★★★★★

Man kann vom Film „Suicide Squad“ denken was man will, eine Sache haben die gut gemacht: Die Figur Harley Quinn einer breiteren Masse bekannter zu machen. Und weil man vor allem als Comic-Neuling vielleicht mal durcheinander kommen kann mit den verschiedenen Geschichten in zig Comics, hat Panini jetzt die Knaller-Kollektion mit der vollständigen ersten Solo-Serie von Harley Quinn zusammengestellt und den ersten Band herausgebracht.

Handlung

Der Joker ist mal wieder hinter Gittern. Aber dort bleibt er nie lange, denn seine treue Gehilfin Harley Quinn holt ihn immer wieder raus. Doch nachdem er sie mal wieder hintergangen hat, hat sie die Schnauze voll, lässt Joker in seiner Zelle versauern und gründet ihre eigene Gang: Harley Quinn und die Quinntets.

Bewertung

Harley Quinn macht Spaß! Sie ist verrückt, ständig in Bewegung und man weiß nie so recht, was sie will oder warum sie Sachen tut. Das ist der Reiz der Figur. Leider wurden ihre anderen Reize mehr in den Vordergrund gestellt, vor allem am Anfang des Bands. Sie reckt immer wieder entweder ihre Brüste oder ihren Hintern in den Vordergrund – manchmal sogar beides gleichzeitig, was total unnatürlich und verrenkt aussieht. Sie ist leider nicht die einzige Figur, die übersexualisiert dargestellt wird, denn alle anderen weiblichen Figuren werden auf ähnliche Weise gezeichnet. Wie zum Beispiel Catwoman, die sich durch die Panels räkelt und Leserinnen und Lesern ihren Hintern entgegenstreckt, während sie sinnlich den Mund halb offenhält. Oder Mercy, die ihre Waffe vor sich hält und dabei ihre Brüste zusammendrückt. Allein Barda, eine amazonengleiche neue Gottheit, kann dem Klischee der Schurkin im engen bis fast gar nicht vorhandenen Outfit, die diesem Comic innewohnt, fern bleiben. Sie trägt eine Rüstung und wirkt in allen Panels stark und selbstbestimmt. Meine Kritik soll nicht heißen, dass Frauen nicht sexy sein dürfen oder verführerisch. Aber wenn alle weiblichen Figuren in einer Weise gezeichnet werden, während ihre männlichen Kollegen „normal“ gezeichnet werden – die Gehilfen des Riddlers tragen auch hautenge Kostüme, posieren aber nicht für eine imaginäre Kamera wie die anderen weiblichen Schurken – sehe ich dahinter nur eins: Das berühmt-berüchtigte “Male Gaze”. Zwar geht es in der Geschichte primär um die weibliche Figur Harley Quinn und es gibt eine ganze Geschichte, in der nur Frauen vorkommen. Aber dadurch, dass diese Frauen nur mit dem Fokus auf ihre äußerlichen Reize gezeichnet werden, wirkt der Comic eher, als wolle er diese gar nicht als vollwertige Charaktere zeigen, sondern eher den Lesenden etwas zum Gaffen anbieten. Und das stört mich ungemein!
Zum Glück kriegt der Comic die Kurve und zum Ende hin werden die weiblichen Figuren, vor allem Harley Quinn, authentischer – sprich ohne sich unnatürlich und lasziv zu räkeln – gezeichnet. Was gut ist, weil ich den Zeichenstil eigentlich gerne mochte. Die Figuren haben Ecken und Kanten, und das wortwörtlich. Große, eckige Nasen oder außergewöhnliche Körperformen bestimmen das Design der Figuren. Alles war ein bisschen grober gezeichnet.

Fazit

Harley Quinn Knaller-Kollektion Band 1 hätte mit einer coolen Hauptfigur, guten Geschichten und einem außergewöhnlichen Zeichenstil echt toll sein können. Aber die Übersexualisierung der weiblichen Figuren haben den Comic für mich sehr runtergezogen. Leider.