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Batman Damned #1 (US)

Batman Damned #1 (US)

Comic - DC | Brian Azzarello, Lee Bermejo
Bewertung: ★★★★★

Der erste originäre Titel des neuen "DC Black Label" ist angelaufen. Der Joker wurde ermordet und Batman hat es offenbar mit dunklen Mächten zu tun ...Hier erfahrt ihr, wie mir der Auftakt des Labels gefallen hat.

Handlung

Batman Damned #1 (US)

Der Joker ist tot. Batman weiß, dass er in der Tatnacht am Ort des Verbrechens war, kann sich aber nicht daran erinnern, was passiert ist. Zunächst selbst schwer verletzt und psychisch angeschlagen nimmt er die Ermittlungen auf, unterstützt von John Constantine und weiteren Mitgliedern der Justice League Dark.

Bewertung

Batman Damned gehört zum Auftakt des groß angekündigten „DC Black Labels“, dass sich dadurch auszeichnen soll, "einzigartige" Geschichten außerhalb der Kontinuität des DC Universe zu erzählen. Frei von Event-Fahrplänen und sich überkreuzenden Handlungssträngen verschiedener Serien sollen so kreative Ideen umgesetzt werden können, wie es dem Standard-Portfolio nicht erlaubt ist. Zu den namhaften Autoren hinter dem Label gehört auch Brian Azzarello (100 Bullets, Wonder Woman - New 52), der für "Batman Damned" als Autor verantwortlich ist.

Für viel Vorfreude sorgte bei der Ankündigung des Titels, dass Lee Bermejo die Serie zeichnen werde. Seine teilweise fotorealistischen Zeichnungen, DC-Lesern vor allem aus "Batman: Noël" bekannt, sind auch in "Damned" eine absolute Augenweide und für sich schon ein Grund, durch das Heft zu stöbern und die Panels zu bestaunen. An die Atmosphäre der Geschichte angepasst ist der Stil sehr düster gehalten. Viel grau und Schatten, blutroter Lichteinfall und während bestimmter Sequenzen sepiahaft; zeichnerisch ist das vielfältig, konsistent und in dieser Qualität schon etwas Besonderes.

In Bezug auf die Handlung sieht das leider etwas zwiespältiger aus. Nach dem ersten von drei geplanten Heften ist der Funke noch nicht übergesprungen, und dass wäre z.B. bei einem Buch bei 100 von 300 Seiten kein gutes Zeichen. Die Zeichnungen, zusammen mit den rätselhaften und stellenweise sarkastischen Monologen des (personalen) Erzählers bauen die dunkel-mysteriöse Kulisse zwar grundsätzlich gut auf, Azzarello verliert sich aber darin. Die Monologe wirken an mehr als einer Stelle gezwungen geheimnisvoll und sollen vermutlich ein Gefühl von Tiefe geben, dass sich aber nie wirklich einstellt. Ab einem gewissen Punkt empfand ich es sogar ein Stück weit störend.

Die Handlung selbst tappt bis zur letzten Seite auf dem Stand des Klappentexts: Der Joker ist tot. So viel wissen wir und da werden auch keine großen Umwege gemacht, der Rest von #1 dient einem sehr groben Setup der Geschichte, die sich in den kommenden beiden Heften entwickeln muss. Wir treffen John Constantine und Azarellos/Bermejos Interpretationen von Dead Man und Zantanna, die über kurze Auftritte aber nicht hinauskommen und wahrscheinlich erst noch ihre Momente bekommen. Insbesondere Dead Mans Design stieß wohl auf einige Kritik, ich finde die Idee dagegen interessant, aber das möchte ich dem Leser nicht vorwegnehmen. Ein großer, übernatürliche Zusammenhang deutet sich an allen Ecken an (alleine die Präsenz der Justice League Dark ist ein deutlicher Wink), hier bleibt auf den genialen oder zumindest cleveren Twist zu hoffen, aber bis auf düstere Atmosphäre fehlt bis hier (!) noch der thematische Punkt, mit dem mich der Autor überzeugen muss. Da die erste Ausgabe mit 45 reinen Comic-Seiten noch dazu relativ dick ist, sollte der Spannungsaufbau am Ende des Heftes einen Schritt weiter sein.

Egal wie das abschließende Urteil am Ende der Mini-Serie aussieht, "Batman: Damned" hat sich schon jetzt seinen Eintrag in die Anekdoten-Bücher für Comics gesichert. Die gedruckte Variante wird aufgrund des mehrfach zu sehenden Genitals von Bruce Wayne zu Mondpreisen gehandelt, denn künftig soll dieser in sämtlichen Auflagen und Formaten nicht mehr zu sehen sein (die digitale Ausgabe wurde bereits von Anfang an zensiert). Die Welt ist offenbar noch nicht bereit für Batmans Schniedel...

Ob das Team hinter Batman Damned damit einen geglückten PR-Stunt hingelegt hat, sei mal dahingestellt. Ich halte es für fragwürdig, dass das die richtige Art der Aufmerksamkeit sein soll, die sich ein Autor für sein Werk wünschen sollte.

Fazit

Die Geschichte in „Batman Damned“ ist düster und mysteriös, aber leider noch nicht so richtig spannend. Die Aufmachung ist hingegen zeichnerisch einfach grandios., insofern gehen auch die drei Sterne vor allem an Lee Berjemo. Ein abschließendes Urteil kann es natürlich erst am Ende der Geschichte haben.