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Requiem of the Rose King 2

Requiem of the Rose King 2

Comic - Geschichte | Autorin/Zeichnerin: Aya Kanno
Bewertung: ★★★★

Aya Kannos auf klassischen Shakespeare-Stücken basierende Serie „Rose of the Requiem King“ wusste mit dem Auftaktband durchaus zu gefallen. Unter der Genrebezeichnung Dark Fantasy wurde ein die aktuelle Genderdiskussion verarbeitendes Historiendrama an den Start gebracht. Nach dem Aufgalopp wollte ich wissen wie es mit der Geschichte weitergehen sollte und wo die Autorin den Schwerpunkt setzen würde.

Handlung

Richard, Duke of York konnte den englischen Thron für sein Haus zurückerobern. Die Lancasters geben sich jedoch nicht geschlagen und treten zu einer finalen Schlacht an. Dabei können sie den Duke gefangennehmen und speziell die entthronte Margaret sinnt auf blutige Rache. Und so verfährt sie mit ihrem Gefangenen wenig zimperlich.

Von alledem ahnt Richard, der jüngste Sohn des Königs nichts, da er weiter in Londons Tower gefangen gehalten wird. Als er dem Kerker entkommen kann, gilt all sein Streben dem Verlangen zu seinem Vater zu gelangen und diesen im Kampf um die Krone zu unterstützen. Und so bahnt er sich den Weg zu seinem Ziel durch eine Reihe von Toten...

Bewertung

In diesem zweiten Band werden die Ereignisse des ersten weiter aufgearbeitet. Meine Erwartungshaltung dahingehend, dass es nun so richtig losgeht, wurde insofern nicht oder nur bedingt erfüllt, als die Figuren erst einmal weiter entwickelt und für den „richtigen“ Start in Position gebracht werden.

Eine deutliche Entwicklung macht dabei Richard durch, der vom schmächtigen, ungeliebten und wenig beachteten Sonderling zum Schwert schwingenden Kämpfer mutiert und sich dabei trotz seiner schmächtigen Missgestalt als Könner seines Fachs erweist. Auch zeigt er sich wenig zimperlich und Reue setzt nur kurz nach dem Töten seines ersten Opfers ein. Danach bewegt er sich in einem einzigen Blutrausch und die mystischen Elemente, denen die Genrebezeichnung Dark Fantasy geschuldet ist, gewinnen an Bedeutung. Da tauchen in Träumen/Visionen das weiße Schwein und die tote Jeanne d`Arc auf und Richard ergeht sich immer wieder in blutigen Fantasien.

Speziell bei den Randfiguren machen sich einige Entwicklungen bemerkbar, die anfangen ein weiter in die Breite gehendes Beziehungsgeflecht zu bilden. Bedingungslose Liebe der Figuren zueinander ist in den seltensten Fällen das Motiv dahinter.

Die historischen Gegebenheiten werden nach meinen bescheidenen Kenntnissen bestenfalls rudimentär wiedergegeben. Das ist insofern schade als mich dieser Aspekt am meisten an der Serie gereizt hat. Inwieweit sich Aya Kanno diesbezüglich an den Vorlagen eines Shakespeare orientierte, kann ich nicht sagen. Die Handlungszeit von „Henry VI“ und „Richard III“, die als Referenz genannt werden, haben wir hier aber auch noch nicht erreicht.

Das größere Format gefällt mir weiter gut, wie und auch die Prägung des Titels. Dafür kostet der Band aber auch € 9,99. Gemessen an anderen populären Veröffentlichungen finde ich das aber angemessen. Für das Rezensionsexemplar geht ein Dankeschön an Carlsen Manga!.

Fazit

Mit dem sich langsam entwickelnden Beziehungsgeflecht, dem durchaus blutrünstigen Vorgehen der Charaktere und dem daraus resultierenden Blutzoll bewegt sich die Serie für mich ein wenig in Richtung dessen was man beispielsweise an Game of Thrones so schätzt. Insofern würde ich allen Fantasy- und Historienfans empfehlen einmal einen Blick in die Serie zu riskieren. Richard ist zwar noch kein Tyrion Lannister, zumal er als York wohl eher ein Stark sein sollte (Arya könnte wiederum passen), und ein weißes Schwein ist kein Wolf, aber viele Elemente dürften einem vertraut vorkommen. Bis hierhin gefällt mir "Requiem of the Rose King" wirklich gut.