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Requiem of the Rose King 1

Requiem of the Rose King 1

Comic - Geschichte | Autorin: Aya Kanno
Bewertung: ★★★★

Aya Kannos Requiem of the Rose King ist ein Neustart bei Carlsen Manga. Basierend auf den Shakespeare-Stücken Henry VI und Richard III wird die Geschichte der Rosenkriege aus der Sicht Richards erzählt. Dabei unternimmt die Autorin den Versuch einer Symbiose aus Historiendrama und aktueller Genderdiskussion. Ob die gelungen ist und dabei noch zu unterhalten weiß wollte ich mir einmal anschauen.

Handlung

Richard ist der dritte Sohn seines gleichnamigen Vaters aus dem Hause York. Der macht dem Haus Lancaster den Thron streitig. Als Heranwachsender will er seinem Vater im Kampf um die Krone zur Seite stehen, doch ist er noch zu jung und bleibt bei der Mutter zurück. Die bringt ihm nur Abscheu entgegen, ist er für sie doch als mit beiderlei Geschlecht Geborener ein Kind des Teufels, gekommen ihre Familie zu verderben. Um so mehr hängt Richard an seinem Vater, der ihn liebt und sich nun in einer entscheidenden Schlacht den Truppen der Lancasters stellen muss...

Bewertung

Richard III kommt in historischen Texten nicht sonderlich gut weg. Er wird abscheulicher Taten beschuldigt, die seiner Gestalt gleichkommen. Shakespeare gar machte aus ihm einen Buckligen. Aya Kanno geht noch einen Schritt weiter und deutet seine körperlichen Makel dahingehend um, dass sie aus ihm einen Intersexuellen macht. Nur wenige wissen davon, behalten dies aber für sich. Dennoch machen im noch wenig aufgeklärten England des 15. Jahrhunderts Gerüchte über seine teuflische Missbildung die Runde.

Einziger Halt für den jungen Richard ist sein Vater, den er fanatisch im Kampf um die ihm zustehende Krone unterstützen will. In so ziemlich allem unsicher gibt ihm dieses Ziel Orientierung und Halt und so trainiert er seinen ungeliebten Körper hart.

Wenn man die Geschichte nur „wegliest“ ist man mit dem Auftaktband recht schnell durch. Stärkeres Augenmerk wurde hier auf den Aufbau der Hintergründe gelegt und Visionen und Rückblenden fordern dann schon etwas mehr Aufmerksamkeit. Ich muss gestehen, dass sich mir vieles auch erst beim zweiten ausführlicheren Lesen erschloss.

Es werden viele historische Figuren eingeführt, so Henry VI, der gläubige König wider Willen, den Richard mehrfach in seiner geheimen Identität als Schäfer trifft; dessen blutrünstige Frau, die sich Richards Vater in der Schlacht entgegenstellt oder auch Anne Neville, Richards spätere Frau.

Die Zeichnungen konzentrieren sich stark auf die handelnden Personen und sind sehr sparsam mit Details. Dennoch hat man sich bei Carlsen dafür entschieden, die Serie, die es in Japan bislang auf neun Bände brachte, in einem größeren Format als gängige Mangas zu veröffentlichen. Das gefällt mir.

Als Extra kann der Auftaktband mit einer Postkarte aufwarten. Beworben wird der Band trotz historischen Hintergrunds mit der Genrebezeichnung Dark-Fantasy.

Für das Rezensionsexemplar geht ein herzliches Dankeschön an Carlsen Manga.

Fazit

Der Auftaktband zu Requiem of the Rose King ist genau das, eine Art Aufgalopp zur Serie. Das historische Setting gefällt mir und verspricht noch Stoff für viele Bände. Der Band macht auch neugierig auf das, was noch kommen mag. Mehr erwarte ich von der Nummer 1 einer länger laufenden Serie nicht. Für das noch einzulösende Versprechen gibt es die vier Sterne.