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Der vorletzte Samurai

Der vorletzte Samurai

Buch - Reisebericht | Dennis Gastmann
Bewertung: ★★★★★

Dennis Gastmann, Jahrgang 1978, reiste als Auslandsreporter um den Globus und hat sich mit seinen Werken bereits einen Namen als Autor gemacht. Nach seinen Romanen „Mit 80.000 Fragen um die Welt“, „Gang nach Ganossa“, „Geschlossene Gesellschaft“ und „Atlas der unentdeckten Länder“ erschien nun sein Buch „Der vorletzte Samurai-Ein japanisches Abenteuer“ beim Berliner Rowohlt Verlag.

Handlung

Nach vier Jahren heiratet Dennis Gastmann seine Freundin Natsumi und macht sich in den Flitterwochen mit ihr zusammen nach Japan auf, um die Familie seiner Frau und das Land, wo sie den Anfang ihres Lebens verbracht hat, kennenzulernen. Natsumi ist eine „Halbe“, ihre Mutter Katsumi ist Japanerin und entstammt der Linie eines Samurai, ihr Vater kommt vom Bodensee. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg, um das geheimnisvolle Land zu erkunden und Dennis Gastmann stellt sich dabei der Frage, ob ein Fremder überhaupt in der Lage ist, eine Kultur zu verstehen, die ein Fremder eigentlich gar nicht verstehen kann.

Bewertung

Die Reise führt den Leser durch das ganze Land, vom Norden in den Süden, vom Osten in den Westen des Inselstaates. Tokio begegnet den beiden mit seinem belebtesten Bahnhof der Welt Shinjuku, dem Stress, dem außergewöhnlichen Druck, der Japan regiert, mit der Neonlichterflut und einem Roboter Restaurant. Eine Stadt, in der „Plattenbauten mit Parks wechselten, Billboards mit blinden Flecken, Anarchie mit Ordnung, Besessenheit mit Zen“. Mit dem Shinkansen machen sie sich auf den Weg zum Lichtermeer von Hakodate auf Hokkaido, der nördlichsten Halbinsel, durch einen der längsten Tunnel der Erde. Sie pilgern in die Tempelstadt Nikko und besuchen Hiroshima, wo man die Toten noch reden hört. Kyoto, Beppu mit seinen sieben Höllen, Kagoshima mit seinem Vulkan und wunderschönem Aquarium, Sendai, die Stadt der Bäume liegen ebenso auf der Reiseroute.
Vier Zusammentreffen mit Familienangehörigen von Natsumi, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen ermöglichen Einblicke in den japanischen Alltag, Gewohnheiten, Küche, Aberglauben, Regeln und Rituale. Dennis Gastmann ist ein guter Beobachter und mit seiner Hilfe entsteht aus kleinen Strichen und Details ein wundervolles Bild. Er versucht nicht, Japan und die Japaner zu erklären und gibt dem Leser keine Reisetipps. Er schildert Japan mit seinem schillernden Licht und seinen Widersprüchen, ein Land, das man nicht verstehen aber lieben kann.

Fazit

Eine faszinierende und persönliche Reiseerzählung, ein Portrait eines geheimnisvollen Landes. Absolut lesenswert!