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Alles hätte so schön sein können

Alles hätte so schön sein können

Buch - Science Fiction 
Bewertung: ★★★★

Mit „Alles hätte so schön sein können“ gibt der junge Gorilla Verlag bereits seine zweite Kurzgeschichtensammlung heraus. Für die kleine, aber feine Anthologie wurde wie bereits bei der ersten Sammlung ein Wettbewerb ausgeschrieben und die besten Geschichten ausgewählt. Auf 117 Seiten präsentieren uns nun acht Autorinnen und Autoren düstere Zukunftsvisionen.

Handlung

Die Dystopien in „Alles hätte so schön sein können“ greifen stets Probleme der heutigen Gesellschaft auf und denken diese weiter. Teils kommen die Geschichten in abgefahrenem Science-Fiction-Gewand daher, teils liegen sie aber beängstigend nah an der Realität.
Genetisch veränderte Pflanzen, die die Ökosphäre zum Zusammenbruch bringen, multiresistente Keime, die Nutztierpopulationen auf der ganzen Welt dahinraffen oder ein beim Menschen implantierter Computerchip, der diesen sämtliche Entscheidungen rational und ohne „unnötige“ Emotionen abnimmt, sind nur einige der Auslöser und Aufhänger der Dystopien in den verschiedenen Geschichten.
Dabei steht jede Kurzgeschichte für sich und endet – typisch für das Genre – so plötzlich wie sie begann.

Bewertung

Die Auswahl der Geschichten ist gelungen. Die Vielfältigkeit der Themen, die in ihren Geschichten allesamt einen Zusammenbruch der menschlichen Welt hervorrufen, ist sehr interessant. Wir können hier in acht vollkommen unterschiedliche Ansätze eintauchen, die aber allesamt den Dystopiegedanken gemeinsam haben. Stellvertretend für den durchaus kritischen, aber nicht überheblichen Ton, den die Geschichten andeuten, stehen Zitate wie „Vor den Folgen wurde gewarnt, doch war das alles nicht real genug, um den Normalbürger auf die Palme zu bringen.“ Derartige Aussagen konnte ich beim Lesen leicht auf das aktuelle Zeitgeschehen übertragen. Ein Anregen eigener Gedankenspiele, das mir gerade beim Lesen von Kurzgeschichten gut gefällt.
Insgesamt erinnert die Sammlung stark an Netflix-Serienhits wie „Black Mirror“ oder „Electric Dreams“. Leider bleiben, was aber sicherlich eben dem Genre der Kurzgeschichte geschuldet ist, detailliertere Beschreibungen oder ein Worldbuilding aus. Das man aber ebendies vermisst spricht wiederum für die Geschichten, die einen auf nur wenigen Seiten und mit geringsten Mitteln fesseln.

Fazit

Bei „Alles hätte so schön sein können“ handelt es sich um eine gelungene Kurzgeschichtensammlung mit einer Thematik die neugierig macht. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass es sich eben nur um Kurzgeschichten handelt, die in sich zwar ihren Zweck erfüllen, aber eben doch nur einen kleinen Einblick in die von den Autorinnen und Autoren konstruierten Welten geben.
Der Gorilla Verlag hat hiermit aber erneut einen Grund geliefert, ihn in Zukunft weiter zu beobachten. Hoffen wir also, dass es nicht zu einer der im Buch beschriebenen Realitäten kommt!

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