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Frischluftvergiftung bei minus 20 Grad

Frischluftvergiftung bei minus 20 Grad

Buch - Komödie | Siina Tiuraniemi
Bewertung: ★★★★

Siina Tiuraniemi, Jahrgang 1979, stammt aus dem Norden Finnlands, arbeitet in der Bücherei und lebt in Helsinki. Mit ihrem ersten Roman „Frischluftvergiftung bei minus 20 Grad“ hat sie sich ihren Kindheitstraum, Schriftstellerin zu werden, erfüllt.

Handlung

Miska Tammi, ein junger Student, der sich als „einsamen Halbautisten“ bezeichnet, wird von seiner Mutter Anne Tammi beauftragt, ihre Cousine Birgitta Kangas im Pflegeheim „Sonnenschein“ zu besuchen und ihr Blumen vorbeizubringen. Birgitta ist nach einer Beinamputation ins Pflegeheim gekommen. Sie empfängt Miska anfangs sehr mürrisch, gesteht ihm aber im Laufe des Gesprächs, dass sie eine Alkoholikerin ist und bittet ihn, ihr Schnaps mitzubringen. Von ihrem Elend mitgenommen lässt Miska ihr einen Joint, den er zufällig in seiner Jackentasche findet. Birgitta verspricht Miska, ihn als Alleinerben einzusetzen und gibt ihm Geld, damit er ihr weitere „Blumen“ (Joints) ins Pflegeheim schmuggelt. Miska weigert sich anfangs Geld anzunehmen, willigt aber später doch ein, da ihm Birgitta droht, seiner Mutter von diesem ersten Joint zu erzählen. In einer Bar lernt er zufällig einen älteren Herrn, Tauno Kurrtu, kennen und nimmt dessen Einladung an. Als sich Tauno ihm aber nackt im Wohnzimmer präsentiert, läuft Miska Hals über Kopf aus dessen Wohnung und stellt erst draußen fest, dass er Taunos Silberdose voll Marihuana in den Händen hält. Als wäre die Angst vor Tauno und davor, durch die Pflegeleitung entdeckt zu werden, nicht genug, kommt es in der WG, wo Miska mit seinem einzigen Freund Ville wohnt, mit dem er seit seinem ersten Kindergartentag praktisch unzertrennlich ist, zu einer Krise. Ville hat neuerdings eine Freundin, Emma – die Megäre aus der Unterwelt

Bewertung

„Ein zum Schreien lustiger Roman“, so steht es im Klapptext. Es sind mehrere Stellen im Buch, über die man schmunzelt oder auch lacht. Dennoch habe ich den Roman eher als ein Buch zum Nachdenken empfunden, da es viele tiefgründige Themen aufgreift: Freundschaft, Erwachsen werden, Einsamkeit, Alt werden. Die Charaktere sind ziemlich skurril. Miska, der über Outfitrassismus nachdenkt, steht öfters unter Alkoholeinfluss. Ihm kommen immer wieder die Tränen, weil er sich einsam fühlt. Er entwickelt Mitgefühl mit Birgitta und anderen Mitbewohnern des Pflegeheims, er hat Respekt vor älteren Menschen. Die reiche Birgitta, dem Alkohol verfallen, wurde von ihrer Familie als unzurechnungsfähig erklärt und ins Pflegeheim gebracht. Tauno Kurttu, der einsame Homosexuelle, der von seinem Freund verlassen wurde und der in seinem Ankleidezimmer nun Marihuana züchtet und an ausgewählte Kunden verkauft. Ville, der in Emma seine Liebe gefunden hat, sich aber Miska sehr verbunden fühlt und ohne ihn einsam ist.

Das Leben im Pflegeheim ist zwar sauber, mit gesundem Essen und freundlichen Pflegerinnen, die alle den gleichen Namen tragen müssen, damit die Bewohner es leichter haben, aber irgendwie kommen die Heimbewohner einem sehr verlassen vor. Es gibt kaum Besuch und kaum Lebensfreude. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich eine sehr seltsame Freundschaft zwischen Miska und Birgitta.

Fazit

Ein Buch, das zwar Situationskomik beinhaltet, aber eigentlich mehr zum Nachdenken anregt. Auf jeden Fall lesenswert!

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