Bücher
Register
Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

Buch | Richard David Precht (Autor)
Bewertung: ★★★★

Wie sieht unsere Zukunft aus? Im Zeitalter der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz, eine gute Frage. Die Industrie 4.0 klaut unsere Arbeitsplätze, Roboter werden uns überrennen und wir Menschen brauchen dann doch nicht mehr arbeiten. Klingt gut, aber was werden die Mächtigen und Reichen machen? Denn in einer Welt, in der man nicht mehr arbeiten muss um Geld zu bekommen, wird die materielle Gesellschaft ihr Ende finden.

Handlung

Der Mensch ist nicht dafür konzipiert 8 Stunden in einem Büro zu sitzen, in einem Bergwerk zu schuften oder Straßen zu bauen. Ja, in der Zukunft - die wohl nicht mehr so lange auf sich warten lässt - werden das für uns Computer übernehmen. Ein Roboter wird die Straßen bauen, die Kohle wird wohl nicht mehr gebraucht werden und die Büroarbeit übernimmt ein Computerprogramm. Doch wo bleibt da der Mensch? Denn wir arbeiten ja bereits seit Jahrtausenden. Die Umstellung wird schwer werden, bleibt wohl aber nur eine Kopfsache. Ein Wandel in die Freiheit. Aber nur, wenn ihr ihn richtig gestaltet. Wie wir das machen sollen, wollen oder dürfen, verrät uns Autor Richard David Precht „Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“.

Bewertung

„Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ ist das große Buch, der einen Langzeitrekord in der Spiegel-Bestseller-Liste (Februar 2008 bis Oktober 2012) aufstellte. Dass das nicht von ungefähr kommt, liegt auf der Hand und ist logisch. Mit seinen Worten, mit seinen Sätzen trifft er nicht nur den Zeitgeist, sondern auch den berühmten Nagel auf den Kopf.

Precht hat mit „Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“ wieder eines seiner Kernthemen aufgegriffen. Aktuell steuern wir nämlich auf die totale Überwachung hin. Unsere Daten sind ein Spielball der Großkonzerne, die immer mehr auf Wachstum bauen. Was im Kapitalismus oft vergessen wird, ist, dass der Wachstum ein natürliches Ende haben wird. Irgendwann gibt es nicht mehr und trotzdem wird das Streben nach „noch mehr“ da sein. Wer nicht liefert, der wird beerdigt. Klingt hart, ist aber so. Unsere Politik steht vor großen Herausforderungen.

Doch es ist nicht alles schwarz oder schlecht. Precht zeigt auch die guten Seiten auf. Wie zum Beispiel die Medizin, die es den Menschen insgesamt ermöglicht ein besseres Leben zu führen. Daraus entsteht Hoffnung, dass mit einem bedingungslosen Grundeinkommen die Weltbevölkerung mit den künstlichen Intelligenzen und den Robotern glücklich in Symbiose leben kann. Vor einem wirtschaftlichen Skynet darf der Leser Angst haben. Doch nach „Jäger, Hirten, Kritiker“ keimt so etwas wie Hoffnung auf. Vielleicht ist es die Digitalisierung, die dafür sorgt, dass das Gleichgewicht der Macht - um das Problem aus der Nerdperspektive zu beleuchten - die Erklinge wieder näher bringt und Hunger sowie Armut vertreibt. Wer weiß…

Fazit

„Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“ ist ein typischer Precht. Klingt abgedroschen und emotionslos?! Mitnichten! Das Buch legt den Finger in die Wunde und lädt zum Nachdenken ein.