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Hortensiensommer

Hortensiensommer

Buch - Drama | Ulrike Sosnitza
Bewertung: ★★★★★

Ulrike Sosnitza, 1965 in Darmstadt geboren, arbeitete als Bibliothekarin an den Universitäten Darmstadt, Bayreuth und Bonn. Aktuell lebt sie mit ihrer Familie in der Nähe von Würzburg. „Hortensiensommer“ (Heyne Verlag) ist ihr dritter Roman.

Handlung

Johanna Laurien lebt allein in einem großen Haus mit einem zauberhaften, aber auch ein trauriges Geheimnis verbergenden Garten im unterfränkischen Sommerhausen. „Gartenfee“ steht auf ihrem Transporter und die leidenschaftliche Gärtnerin plant, legt an und pflegt Gärten ihrer zahlreichen Kunden. Zudem gestaltet sie einen Blog im Internet, berät als „Pflanzenärztin“ ihre Follower und entführt sie in eine wunderschöne Pflanzenwelt. Nachdem Johanna ihrer Mieterin „Rosenmörderin“ Valerie gekündigt hatte, lässt sie sich auf einen neuen Mieter ein. Der aus Berlin stammende Mathematik- und Physik-Lehrer Philipp fällt ihr auf durch seinen großen Hut und blaue Augen, die sie an den hellen blauen Himmel beim Sonnenaufgang erinnern. Johanna, die ein sehr trauriges Ereignis in sich trägt, und Philipp, der ebenfalls eine schwere Zeit durchlebt, freunden sich zaghaft an. Im Garten verbringen sie warme Frühlingsabende, während derer Philipp Johanna vorliest. Langsam schleicht sich die Liebe in ihre einsamen und vor Schmerz und Sorge erstarrten Herzen. Es scheint, dass die beiden in einander wieder Lebensfreude finden können, aber dann steht plötzlich die kleine Klara, Philipps Tochter vor Johanna. Entsetzt und voller Schmerz flüchtet Johanna. Phillip fühlt sich tief getroffen, bis er den Grund für Johannas Verhalten erfährt. Wird es ihm gelingen, sie wieder zum Lächeln zu bringen?

Bewertung

Selbst wenn man bereits beim ersten Treffen der beiden Haupthelden des Romans vorhersehen kann, welche Wendung und welches Ende die Geschichte nehmen wird, bleibt die Lektüre spannend und ergreifend. Nach und nach kommt die Verlustgeschichte Johannas ans Tageslicht: Der Verlust der kleinen Tochter, an dem die verwaisten Eltern zerbrechen. Während sich Johanna zurückzieht, ihr Herz verschließt und sich in die Arbeit flüchtet, sucht ihr Ex-Ehemann einen anderen Weg mit seiner Trauer umzugehen. Durch Johannas Geschichte schildert die Autorin, wie ein Schicksalsschlag einen unerwartet trifft und in die Dunkelheit zieht, wie dieser die ganze Familie und das gesamte Umfeld verändert. Sie zeigt aber auch einen möglichen Weg, wie man nach einem schweren Verlust mit der Zeit durch Liebe und Geduld zurück ins Leben finden kann.

Diese ergreifende Geschichte spielt vor dem Hintergrund blühender Gärten. Dieses „Eintauchen“ in die Blumen- und Pflanzenwelt macht einen besonderen Charme des Romans aus. Der traurigen, farbenlosen inneren Welt von Johanna stehen die Farbenpracht der traumhaften Gärten und betörende Blumendüfte gegenüber. Und langsam, Schritt für Schritt gelingt es Johanna Farbe und Lebensfreude wieder zu finden.

Ulrike Sosnitza schreibt sehr anschaulich, man hat die Romanfiguren förmlich vor Augen, trauert mit ihnen, begleitet sie in die Gärten, riecht und sieht den Sommer in seiner Blütenpracht. Als Nebeneffekt lassen sich dem Roman ein paar wertvolle Gartentipps und Inspirationen abgewinnen.

Fazit

Eine ergreifende Geschichte und eine Liebeserklärung an die zauberhafte Blumen- und Pflanzenwelt. Lässt sich wunderbar in einem blühenden Garten genießen.