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Friedrich Schiller (Beck'sche Reihe)

Friedrich Schiller (Beck'sche Reihe)

Buch  | Peter-André Alt
Bewertung: ★★★★★

Peter-André Alt, 1960 in Berlin geboren, ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin, der im April 2018 zum Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz gewählt wurde und ab August 2018 Horst Hippler in diesem Amt nachfolgen wird. Alts Schwerpunkt bildet die deutsche Literatur des 17. und des 18. Jahrhunderts sowie die klassische Moderne. In der C.H. Beck Reihe WISSEN ist nun sein neustes Werk „Friedrich Schiller“ erschienen.

Handlung

Wie der Titel des Buches bereits verrät, handelt es sich um eine kompakte Biographie. Alt beleuchtet die Vielseitigkeit Schillers: Erzähler, Dramatiker, Lyriker, Historiker, Ästhetiker, Publizist, Philosoph, Theaterkenner und Universitätslehrer. Nach einer langen Krankheit bereits mit 46 Jahren gestorben, genoss Schiller Ruhm und zeitgenössische Anerkennung wie kein anderer deutscher Autor (mit Ausnahme von Goethe). Alt schildert ein Portrait des literarischen Weltbürgers, der „unter der Regie seiner Imagination die Geschichte Europas bereiste“, des kosmopolitischen Autors der europäischen Aufklärung. Das Buch ist in 15 Kapitel gegliedert und vermittelt die Hintergründe zu Schillers Dramen „Die Räuber“, „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua“, „Kabale und Liebe“, „Don Karlos“, „Wallenstein“, „Maria Stuart“, „Die Jungfrau von Orleans“, „Die Braut von Messina“, „Wilhelm Tell“. Schillers Jugendlyrik, Lyrik der 1790er Jahre ( unter anderem auch die gemeinsam mit Goethe verfassten Xenien), seine publizistischen und erzählerische Arbeiten („Verbrecher aus Infamie“, „Geisterseher“), historische Studien („Die Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung“; „Die Geschichte des Dreyßigjährigen Kriegs“), Schriften zur Ästhetik („Ueber Anmuth und Würde“, „Ueber naive und sentimentalische Dichtung“, „Ueber das Pathetische“, „Ueber die tragische Kunst“) werden ebenfalls behandelt.

Bewertung

Seit 1995 erscheint die Reihe WISSEN beim C.H.Beck Verlag. Sie umfasst Biographien, Themen aus der Geschichte, Literatur, Sprachwissenschaften, Medizin, Psychologie, Musik, Natur und Technik, Philosophie, Religion und Kunst.

Peter-André Alt legt sein Augenmerk auf Schillers Werk. Die relevanten autobiographischen Details werden lediglich in ihrer Bedeutung für Schillers literarischen Weg erwähnt. So zum Beispiel die Tatsache, dass Friedrich Schiller bei seinem Einzug in die Hohe Karlsschule bereits Lateinkenntnisse besaß, über die heutzutage bestenfalls Altphilologen nach einem Studium verfügen. Schillers „vielfältig verzweigte“ Bildung ermöglichte ihm Zugang zu den Autoren der Antike und auch der europäischen Aufklärung. Den Schwerpunkt von Alts Einführung bildet ein wissenschaftlicher Umriss Schillers Werke, seine Eingebundenheit in die philosophischen Strömungen seiner Zeit einerseits sowie andererseits seine Universalität und Modernität, die auch in unserer Zeit neue Lese- und Deutungsmöglichkeiten offen lassen.

Dem Autor ist es gelungen, auf knapp 120 Seiten die Quintessenz vom Geiste Schillers zu erfassen. Diejenigen, die Schillers Werke bereits kennen, werden neue Facetten entdecken können. Für diejenigen, die nur mal den Namen während der Schuljahre gehört haben, kann das Buch ein guter Einstieg sein, selbst wenn die Sprache des Autors sehr literaturwissenschaftlich geprägt ist.

Fazit

Eine tiefgründige, vielseitige und prägnante Einführung in das Leben und Werk des Genies Schiller.