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Dinner mit Edward: Die Geschichte einer unerwarteten Freundschaft

Dinner mit Edward: Die Geschichte einer unerwarteten Freundschaft

Buch - Drama |Isabel Vincent (Autor)
Bewertung: ★★★★

Isabel Vincent, 1965 in Toronto geboren, ist eine kanadische Journalistin, Reporterin für die New York Post und Autorin einiger Sachbücher. Ihr Roman „Dinner mit Edward - Die Geschichte einer unerwarteten Freundschaft“ ist kürzlich beim Heyne Verlag erschienen und verspricht zu einem Bestseller zu werden.

Handlung

Am Heiligabend verabredet sich Isabel zu einem Dinner mit ihrer Freundin Valerie. Isabels Ehe ist gescheitert, sie ist gerade mit ihrem noch Ehemann und der kleinen Tochter aus Kanada nach New York gezogen, um als Journalistin bei der New York Post anzufangen. Valerie macht sich Sorgen um ihren 93 jährigen Vater Edward, der nach dem Tod von Valeries Mutter Paula, mit der er 69 Jahre verheiratet war, am Boden zerstört ist und sich aufzugeben scheint. Als Valerie hört, in welcher schwierigen Situation sich Isabel befindet, schlägt sie ihr vor, sich von Edward, der ein großartiger Koch ist, zu einem Dinner einladen zu lassen. Dabei hofft Valerie, dass Isabel sich um ihren Vater kümmern könnte, wenn sie wieder nach Kanada zurück muss. Valerie hat zwar noch eine Schwester Laura, diese lebt aber mit ihrem Mann in Griechenland. Nun macht sich Isabel, die mit Valerie eine tiefe Freundschaft verbindet und die auch auf Valeries Vater neugierig ist, auf den Weg zu Edward, um ihm einen Besuch abzustatten. Mit einem schwarzen Hemdkleid bekleidet und einer Flasche Wein in der Hand kommt sie nun zu Edward und ahnt nicht, dass dieses Zusammentreffen mit dem alten Mann ihr ganzes Leben verändern würde. 18 köstliche Menus begleiten diese ungewöhnliche Freundschaft, die von tiefsinnigen Gesprächen sowie herzlichen Briefen gekennzeichnet ist und für beide Trost und neuen Lebensmut bringt.

Bewertung

Der Roman „Dinner mit Edward“ ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Vom 93jährigen Edward, der 69 Jahre mit seiner Frau Paula das Glück gegenseitiger Liebe leben durfte – „das Paradies das waren wir, Paula und ich“ – lernt Isabel die Kunst des Geduldigseins und den Luxus der Langsamkeit. Isabel lernt, dass man sich „stets genug Zeit nehmen muss, um alles, was man tun will, vorher genau zu durchdenken und dass es sich lohnt, sein Inneres zu analysieren, egal wie schwierig es sein mag. Vor ihrem Tod singt Paula Edward ihre Lieblingslieder vor und nimmt ihm das Versprechen ab: Edward soll ihre kleine Familie weiterführen und sich selbst nicht aufgeben. Die Freundschaft zu Isabel ist auch für ihn eine Stütze, die ihm hilft, trotz des schweren Verlusts weiter zu leben. Isabel wird ebenfalls von der Kochleidenschaft gepackt, sie zieht von der düsteren Roosevelt Island in eine freundliche kleine Wohnung, die zu einem geselligen Treffpunkt für ihre Freunde und Kollegen wird. So findet sie ihren Weg aus der Traurigkeit und Einsamkeit. Als Edward auf einem neuen Kleid für Isabel besteht und sie zum Einkaufen begleitet, entdeckt Isabel, als sie das von Edward ausgesuchte Kleid anprobiert, vor dem Spiegel wieder eine attraktive und selbstbewusste junge Frau in sich selbst.

Edwards Weisheiten, wie zum Beispiel man solle die Familienmitglieder wie Gäste und Gäste wie Familienmitglieder behandeln, verleihen dem Buch einen besonderen Charme und lassen einen über das eigene Leben tiefer nachdenken. Der Zauber des Moments, die Leidenschaft im Tun und der Genuss der Gesellschaft eines lieben Menschen treten in unserer hektischen und schnelllebigen Zeit immer mehr in den Hintergrund. Der Roman lehrt, auch mal inne zu halten und bewusst wahrzunehmen und zu schätzen, was diese stillen Momente mit sich bringen.

Fazit

Ein lesenswerter Roman, der Lebensfreude weckt und Mut macht, sich selber wieder neu zu entdecken.