Bücher
Register
Das Glück an Regentagen

Das Glück an Regentagen

Buch - Drama | Marissa Stapley
Bewertung: ★★★★

Marissa Stapley wechselt gerne die Seiten. Auf der einen ist die Kanadierin eine erfolgreiche Autorin und auf der anderen rezensiert sie für den „Toronto Star“ Bücher ihrer Kolleginnen und Kollegen. Das sie als Lehrerin für kreatives Schreiben gearbeitet hat, merkt man „Das Glück an Regentagen“ an.

Handlung

Mae verbindet mit ihrem Heimatort nur negative Erfahrungen. Sie hat bereits in Kindertagen ihre Eltern verloren und ihre erste große Liebe ist eines Tages einfach verschwunden. Mae kehrt daraufhin Alexandria Bay den Rücken zu. Zehn Jahre später muss sie schon wieder eine schlimme Trennung überwinden und kehrt zurück in jene Stadt, die sie mit gemischten Gefühlen verlassen hatte. Ihr Bezugspunkt sind ihre Großeltern, doch diese haben sich verändert und es kommen immer mehr Geheimnisse ans Tageslicht, die ein neues Licht auf Gabes Verschwinden werfen. Wird der Blick in die Vergangenheit die Zukunft für Mae positiv gestalten?

Bewertung

Mae ist zunächst eine Figur, die relativ farblos und ohne Tiefgang daher kommt. Mit der Zeit entwickelt sich der Charakter immer mehr. Durch die Abwechslung zwischen starker und schwacher Persönlichkeit macht sich Mae interessant für den Leser. Auf der einen Seite denkt man sich „Frau komm jetzt mal in die Puschen“ und auf der anderen geht sie als glänzendes Vorbild voran. Gabe hingegen tritt anders in Erscheinung. Vor allem das Geheimnisvolle weckt die Neugierde, doch sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass sich dieser Typ auch in gleichwertigen Romanen des Genres wiederfindet. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass er schlecht dargestellt ist. Die Nebencharaktere runden den Cast recht gelungen ab, denn sie bringen die eine oder andere Nebengeschichte mit.

Die bereits am Anfang erwähnte Lehrtätigkeit von Marissa Stapley prägt ihren Schreibstil positiv. „Das Glück an Regentagen“ ist dramatisch und traurig. Die Wurzel des Übels ist hingegen nicht greifbar und diese Tatsache stachelte mich so an, dass ich das Buch in einem Stück durchlesen musste.

Zu Beginn der Geschichte gibt es ein regelrechtes Feuerwerk der Vorstellungen. Ich meine damit, dass alle Charaktere und Seilschaften recht zügig dem Leser präsentiert werden. Dadurch kann man schon mal die Bodenhaftung verlieren, doch es sei Euch gesagt, dass alles nach und nach einen Sinn ergeben wird. Es bleiben also keine Fragen offen. Ihr könnt Euch das wie ein Puzzle vorstellen, denn die Handlungsfragmente werden Stück für Stück zusammengesetzt. Erst wird der äußere Rand gelegt und dann geht Stapley zur Bildmitte vor. Wer eine 100 prozentige Lovestory erwartet, wird enttäuscht werden, denn der Plot hält sehr viel Dramatik bereit, wodurch „Das Glück an Regentagen“ die nötige Würze enthält.

Fazit

„Das Glück an Regentagen“ ist mehr als „nur“ eine Liebesgeschichte. Die aufkommende Dramatik hat mir gut gefallen.