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Atomic Blonde

Atomic Blonde

Filme - Action | mit: Charlize Theron, James McAvoy
Bewertung: ★★★★★

„Atomic Blonde“ basiert auf dem Comic „The Coldest City“ von Anthony Johnston, welches wir natürlich bereits einer Review unterzogen haben. An dieser Stelle kann ich ja schon einmal verraten, dass das Original fünf Geek Whisper Sterne erhalten hat. Wie ihr sehen könnt, kommt die filmische Adaption nicht ganz so gut weg, da die Handlung keine Bindung zum Zuschauer aufbaut und vor sich hin plätschert.

Handlung

Wir schreiben das Jahr 1989 und befinden uns in Berlin. Es ist also die Zeit vor dem großen Mauerfall. Das Volk steht protestierend auf der Straße und die Machthaber versuchen an ihrem Einfluss festzuhalten. In der turbulenten Zeit wurde ein Spion vom britischen Geheimdienst SIS getötet und die Liste mit westlichen Undercover-Agenten wurde entwendet. Lorrain Broughton (Charlize Theron) wird daher damit beauftragt die Liste und einen Doppelagenten namens Stachel zu finden. Berlin war zur damaligen Zeit das Mekka der Geheimdienste und so wird Lorrain immer wieder von anderen Spionen angegriffen. Aber sie kann sich nicht einmal sicher sein, dass sie ihren Kollegen David Percival (James McAvoy) trauen kann.

Trailer

Bewertung

Charlize Theron wollte unbedingt eine Art weiblichen James Bond spielen. Die Figur sollte in mutigen Kämpfen die Gegner reihenweise auf die Matte legen. Das Vorhaben kann man per Definition als gelungen bezeichnen. Theron haut ihre männlichen Kollegen um. Es ist schön anzusehen, nicht nur weil sie gut aussieht, sondern weil in Zeiten der Sexismus Debatte in Hollywood das vermeidlich starke Geschlecht nun seine gerechte Strafe erhält. Action-Fans werden daher auf ihre Kosten kommen. Die eher grelle Aufmachung, wie zum Beispiel die überzeichneten Farben und die dröhnende Musik (die Deutsche Welle), sorgen dann noch für etwas Überdrehtheit. Was gut gemeint ist, verliert jedoch seine Wirkung, denn mit dieser Aufmachung verliert die ernste Figur ein großes Stück an Glaubwürdigkeit. Der Kontrast zwischen Nenas „99 Luftballons“ und deftigen Fausthieben hat mir dem Grunde nach gefallen, doch es war einfach zu viel.

Die fehlende Spannung und die eher „einfache“ Handlung taten ihr Übriges dazu bei, dass die Bindung zwischen Publikum und „Atomic Blonde“ einfach nicht stattfand. Einen direkten eins zu eins Vergleich zum Comic kann ich nicht machen, da der andere Andi von Geek Whisper das Panel-Kunstwerk gelesen hat, ich kann mir aber vorstellen, dass die Vorlage dem Leser etwas mehr Story servierte. Und wenn ich bizzaroworldcomics.de mal zitieren darf, die sich ebenfalls das Grafit Novel angenommen haben: „Das Katz-und-Maus-Spiel reißt den Leser direkt in die Story, wobei das gelegentliche Anteasen durch die zwei verwendeten Zeitebenen die Handlung dauerhaft frisch und spannend gestaltet.“ Ein Katz- und Maus-Spiel war vorhanden, jedoch würde ich es wegen der fehlenden Dynamik nicht so bezeichnen.

„Atomic Blonde“ zeigt sich im Trailer von einer prickelnden Art und Weise und Charlize Theron versteht es ihren Körper und ihre Mimik gekonnt in diese Richtung einzusetzen. Ja, auch mit 42 Jahren kann - ich hoffe ich trete keinem mit dieser Aussage auf die Füße - sie noch mit ihren Reizen ein männliches Publikum begeistern. Die angesprochene Grunderotik war die ganze Zeit spürbar und im Grunde das einzige Highlight des Films.

Fazit

„Atomic Blonde“ hatte einige gute Ansätze, wie eine weibliche Action-Heldin, eine überzogene Machart und eine grundsolide Agenten-Story, doch im Ergebnis ist der Film doch eher ein liebloser Action-Streifen.