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Wayne Shelton – Gesamtausgabe 1

Wayne Shelton – Gesamtausgabe 1

Comic - Action | Autoren: Jean Van Hamme und Thierry Cailleteau, Zeichner: Christian Denayer
Bewertung: ★★★★★

Jean Van Hamme ist ein Name, den man Kennern franko-belgischer Comickunst nicht vorstellen muss. Der Autor so bekannter Serien wie Thorgal, XIII oder Largo Winch ist einer der ganz Großen des europäischen Comics. Ab dem Jahr 2001 erschien seine Abenteuerserie Wayne Shelton beim französischen Verlag Dargaud. Der All Verlag bringt die Serie nun als Gesamtausgabe auf den deutschen Markt. Mir lag zur Rezension die Wayne Shelton Gesamtausgabe 1 vor, die die ersten drei zusammenhängenden Abenteuer in einer schönen Ausgabe vereint.

Handlung

Den Vietnam-Veteranen Wayne Shelton beauftragt man – so man denn über entsprechende Finanzmittel verfügt – für ganz spezielle Missionen. So auch der Milliardär Horace T. Quale. Der will in einer ehemaligen Sowjetrepublik lukrative Geschäfte tätigen, wird darin aber durch ein Handelsembargo der französischen Regierung gehindert. Die will so einen dort in Gefangenschaft befindlichen Kraftfahrer freibekommen, der am Tod eines hochrangigen lokalen Militärs beteiligt war.

Quale rennt die Zeit davon, ist doch die Konkurrenz bereits aufmerksam geworden. So beauftragt er Shelton den Franzosen zu befreien. Der stellt sein Team von Spezialisten zusammen und begibt sich auf die heikle Mission nach Kalakschistan. Trotz penibler Planung läuft die Befreiung aber alles andere als glatt und das Team muss an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gehen um mit heiler Haut aus der Nummer wieder rauszukommen. Das wird umso schwieriger als auch vermeintlich Verbündete nicht mit offenen Karten spielen...

Bewertung

Wayne Shelton bietet Unterhaltung wie man sie bei einem Jean Van Hamme als Autor erwarten darf. Die hier enthaltenen Geschichten „Die Mission“, „Der Verrat“ und „Der Kontrakt“ bilden eine Trilogie klassisch inszenierter Plots, die relativ schnörkellos auf den Punkt kommen und dennoch mit der ein oder anderen Wendung für Überraschungen sorgen können.

Das Team ist mit einer Reihe Phänotypen besetzt, allen voran Wayne Shelton der Mastermind. Dazu gesellen sich der britische Adlige Jonathan Bellingham, der sich lieber als Abenteurer verdingt, denn die Tage in seinem baufälligen Anwesen zu verbringen; der spanische Stuntman Juan Guardosa und die verführerische Honesty Goodness, die man zutreffend als ausgeprägt promiskuitiv bezeichnen darf.

Neu im Team ist der bestenfalls mittelprächtig erfolgreiche Schauspieler Michel Remi, den seine kalakische Herkunft für eine Teilnahme an der Mission prädestiniert und eher ungebetener Helfer ist Pierre Medrier, der ein Geheimnis mit sich trägt.

Spannung bezieht die Serie neben den teils überraschenden Wendungen und Verwicklungen durch den Umstand, dass die Teammitglieder keinesfalls ihres Lebens sicher sind und Sheltons Begleiter – soviel sei hier schon einmal verraten – einen nicht unbeträchtlichen Blutzoll für ihren Einsatz zahlen. Das sorgt für eine ordentliche Prise Härte und auch Realismus.

Beim Anblick der Zeichnungen von Christian Denayer fühlte ich mich in meine Jugend versetzt als ich erstmals ZACK-Hefte in die Hände bekam und so tolle Serien wie beispielsweise Valerian, Michel Vaillant, Andy Morgan oder Blueberry kennenlernte.

Die Gesamtausgabe kommt als überformatiges und massives Hardcover mit 184 Seiten daher und bietet als Bonus einige Skizzen und Informationen über die Macher. Ebenfalls erhältlich ist eine auf 111 Stück limitierte Variantausgabe nebst signiertem Exlibris. Wer einmal reinschnuppern möchte sollte seine Augen beim Gratis Comic Tag 2018 offenhalten. Da ist Wayne Shelton ebenfalls vertreten.

Für das Rezensionsexemplar geht ein herzliches Dankeschön an den All Verlag.

Fazit

Ich kann Wayne Shelton allen Freunden franko-belgischer Comics nur wärmstens empfehlen. Die Geschichte wird spannend erzählt, ist von Christian Denayer klassisch gezeichnet und liefert beste Action in der Machart von Mission: Impossible. Leichte Abzüge könnte es für das Finale der dritten Geschichte geben, das wäre aber wohl ziemlich kleinlich. Mich hat der erste Band überzeugt.