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Skybourne

Skybourne

Comic - Action | Autor und Zeichner: Frank Cho
Bewertung:★★★★

Frank Cho hat sich im Laufe der Jahre speziell unter Marvellesern einen exzellenten Ruf als Zeichner durch seine Arbeiten an so bekannten Helden wie den Rächern oder dem Hulk erarbeitet. Seiner Vorliebe für kurvenreiche Frauendarstellungen frönte er aber insbesondere in seiner eigenen hierzulande unveröffentlichten Serie Liberty Meadows und einer Neudefinition der Dschungelheldin Shanna. 2016 veröffentlichte er bei BOOM! Studios die Miniserie Skybourne, die einen Genremix aus Action, Superhelden-und Mystikstoffen darstellt und von Panini vollständig in einem Hardcoverband auf den deutschen Markt gebracht wird. Da sollte sich zumindest das Reinschauen doch lohnen.

Handlung

Die unsterblichen Skybourne-Geschwister Grace und Thomas, Kinder des einst wiedererweckten Lazarus, stellen sich mystischen Gefahren, die die Welt bedrohen und beseitigen diese. Dazu bedienen sie sich unterschiedlichster Artefakte, die sie auf der ganzen Welt suchen und dem umfangreichen Arsenal der einst vom Vatikan kontrollierten Mountain Top-Stiftung zuführen.

Als sie eines Tages kurz davor stehen mit Excalibur das Schwert König Arturs in ihren Besitz zu bringen, kommt ihnen der totgeglaubte Merlin in die Quere. Der will mit der Kraft des Schwertes eine nur temporär ausgeschaltete Bedrohung wieder entfesseln und es braucht sämtliche Mittel der Mountain Top-Stiftung um zu verhindern, dass ein Tor geöffnet wird, das Kräfte von der Welt fernhält, die diese zerstören wollen.

Bewertung

Skybourne ist ein Genremix, der vor allem eines soll, den Leser unterhalten. So bedient sich Autor und Zeichner Frank Cho vieler Stereotype der enthaltenen Richtungen wie den superstarken Helden, mit der Artussaga der Fantasygeschichte schlechthin und einer geheimen Kommandobasis, die einem Ernst Stavro Blofeld zur Ehre gereichen würde. All diese Elemente werden in einer recht simplen Story zusammengefügt, die Grundlage für weitere Geschichten hätte sein können. Auf die in dieser Ausgabe enthaltenen fünf US-Hefte folgte bis heute allerdings keine Fortsetzung.

So krude der Stilmix auch anmutet, für mich funktionierte er in dieser kurzen Erzählung richtig gut. Außerdem nimmt sich die Geschichte kein bisschen ernst und selbst das Drama um die durchaus mit unerfreulichen Seiten verbundene Unsterblichkeit der Hauptcharaktere ist eher Aufhänger für einen Running Gag. Humoristisches Highlight war für mich allerdings die Seite auf der die „aufgetaute“ Grace mit einem Wissenschaftler, „der nicht viel rauskommt“, in eine Art persönliches Gespräch kam.

Wer auf eine hohe Dichte an Babeansichten hofft, tut dies vergeblich. Die auf mich wie ein Klon von Liberty Meadows wirkende Grace bekommt nämlich deutlich weniger Screentime als ihr Bruder. Wenn sie dann aber auftaucht wird es regelmäßig blutig und ich könnte sie mir gut als Teil der „alten“ Authority vorstellen. Jedenfalls sind es nicht selten die Bösewichter, die einem leidtun.

Frank Cho selbst soll Skybourne in einem Interview als seine cineastischste Arbeit bezeichnet haben. Ich würde da die Kategorie Popcornkino ohne allzu großen Anspruch wählen. Aber auch das kann man richtig gut machen. Allein an der Farbgebung hätte ich etwas herumzukritteln. Die ist mir im Ganzen zu hell bzw. zu blass geraten.

Panini bringt Skybourne ausschließlich als Hardcover und € 25,- für fünf US-Hefte sind schon ein stolzer Preis. Damit richtet sich die Publikation vermutlich weniger an die Laufkundschaft der Kioske sondern mehr an den Sammler, der hiermit eine schön anzuschauende Erweiterung für sein Steckenpferd bekommt. Für das Rezensionsexemplar geht ein herzliches Dankeschön an den Verlag.

Fazit

Frank Chos Skybourne bietet rasante und humorvolle Action innerhalb eines interessant umgesetzten Genremixes, der schön anzuschauen ist. Der Preis dürfte für Gelegenheitsleser allerdings eine recht hohe Hürde sein. Insofern mag ich trotz guter Bewertung nur eine eingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.